Behinderte feierten ihr Fest

28.06.2010 Märkische Allgemeine Zeitung - Lokalnachrichten

WÜNSDORF - Als die Wünsdorfer Werkstätten für Behinderte 2001 ihre erste Sommerserenade veranstalteten, hätte der eine oder andere sicher nicht daran geglaubt, dass sich dieses Fest fast zum Selbstläufer entwickelt. Und so war auch im diesem Jahr die Festwiese wieder rappelvoll. Ziel der alljährlichen Sommerserenade soll es sein, Frohsinn zu verbreiten. Behinderte Menschen können nicht einfach irgendwohin fahren, sich ins Kino, Theater oder in ein Café setzen. Deshalb freuen sie sich schon lange vorher auf dieses Fest. Nicht nur die rund 350 Beschäftigten und Mitarbeiter der Wünsdorfer Werkstätten, sondern Eltern und vor allem viele Freunde lassen sich das Ereignis des Jahres nicht entgehen.

Am Samstag gab es gleich drei Jubiläen zu feiern: die 10. Sommerserenade, den 20. Geburtstag der Behindertenwohnstätte „Seerose“ und den 20. Jahrestag des Bestehens des Trägervereins Werk- und Wohnstätten Wünsdorf. „Deshalb“, so Jörg Lehmann, Geschäftsführer der anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen, „gibt es bei uns heute auch ein ganz besonderes Programm auf der großen Bühne. So treten ambitionierte Amateure, Menschen mit und ohne Behinderung als Solisten und in Ensembles auf“, sagte er.

Premiere hatte die Werkstattband, mit viel Applaus belohnt wurden die Linedancer der Einrichtung und als Gäste eine Bauchtanzgruppe aus Blankenfelde, die Linedance-Gruppe aus Rehagen und die Mädchentanzgruppe der Erich-Kästner-Grundschule Wünsdorf. „Wir kommen immer sehr gern hierher, denn hier fühlt man sich wie in einer großen Familie und vergisst so manches Schicksal“, sagte Claudia Fechter aus Ludwigsfelde.

Und obwohl Karl Trillhose seine Wünsdorfer Apotheke „Zum Greif“ längst in die Hände seines Sohnes gelegt hat und mittlerweile in Potsdam lebt, fühlt er noch eine enge Verbundenheit zu seinem ehemaligen Heimatort: „Daher lassen wir uns die Sommerserenade nie entgehen.“

So manch ein Besucher konnte auch am Sonnabend der Versuchung nicht widerstehen und kaufte die eine oder andere in den Werkstätten angefertigte Keramik, Kerze oder Karte, ein Vogelhäuschen oder supertrockenes Kaminholz für den nächsten Winter. Sport, Spiel und Spaß kamen nicht zu kurz. Auch Kulinarisches gab es wieder reichlich.

„Es ist das Zusammengehörigkeitsgefühl, das uns verbindet“, sagte Jörg Lehmann. „Das zeigt sich bei der Vorbereitung der Sommerserenade und jetzt auch bei der Durchführung. Und das ist das Schöne an unserer Arbeit.“ (Von Heidi Borchert)

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